BIO / CELLO
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Das Gagliano-Cello „Château Pape Clément“ wurde der brillanten Cellistin Camille Thomas anvertraut.

„Als ich 2015 ein Gagliano-Cello erstand, wollte ich dieses nicht wegschließen, sondern seine Noblesse und seinen einzigartigen, zugleich lyrischen und vollen Klang teilen. Ich habe Camille Thomas, eine der brillantesten Cellisten ihrer Generation, für diese Mission auserwählt, die mir am Herzen liegt“, erklärt Bernard Magrez.

„Gagliano ist ein Name, der Legenden heraufbeschwört, die sich um einen der berühmtesten Cellobauer aller Zeiten ranken. Cellisten, die auf einem seiner Celli spielen dürfen, spielen eines der angesehensten Instrumente der Welt. Ferdinando Gagliano wünschte, dass der neue Eigentümer eines seiner Celli einen Namen für dieses wählt.

Ich komme nicht umhin, jeden Tag aufs Neue Parallelen zwischen diesem Cello und meinen Weinbergen zu ziehen, und nicht nur weil ich ihm den Namen einer meiner Grands Crus der Graves-Klassifizierung gegeben habe: ‘le Château Pape Clément’.

Ebenso wie der Wein und die enthaltenen Rebsorten ist die Anatomie eines Cellos ein Wunder der Ausgewogenheit, ein zartes Zusammenspiel zwischen der Sinnlichkeit seiner Kurven, der Klangreinheit seiner Saiten und der Stärke seiner Struktur. Die Celloschnecke, der letzte Schliff des Cellobauers und das Sinnbild absoluter Eleganz, erinnert im Übrigen an die Spiralen der Weinrebe. Wie auch die Sonnenstrahlen auf den Trauben verleiht der Lack dem Cello Wärme, Tiefe, Leben, das schillernde Temperament, das im Herzen der Menschen schwingt.

Bei Celli und beim Wein treffen Realität und Metaphysik aufeinander. Nicht umsonst wird der Stimmstock - das Holzstück, das die Schwingungen der Decke an den Instrumentboden überträgt - im Französischen ‘âme’, ‘Seele’ genannt. Und die Platzierung eben dieser ‘Seele’ bedingt die Harmonie der erzeugten Töne. Auch hier liegt der Vergleich mit Wein nahe. So schrieb Charles Baudelaire 1857 sein Gedicht ‘Die Seele des Weines’, in dem er dem magischen Tropfen eine Stimme verlieh und ihm Leben einhauchte: ‘Des Weines Seele hört‘ ich also singen...’. ‘Singen’ wie die Saiten der Celli zur Besänftigung der Menschen.

Und der Mensch? Der Cellobauer erschafft nicht nur das Cello, er ist auch dessen Arzt, wie der Weinbauer der Arzt der Rebe ist. Viel mehr als nur ein Handwerker ist er sein ewig Untergebener.“

Bernard Magrez
Eigentümer von vier Grands Crus der Bordeaux-Klassifizierung